Termingeschäfte bei Milch wichtiger denn je
"Die Preisabsicherung an einer Terminbörse im Milchbereich schützt die Erzeuger vor ungünstigen Preisentwicklungen und dient zur Einkommensstabilisierung ", stellt der Deutsche Bauernverband (DBV) in einer Aussendung fest. So wäre es durchaus möglich gewesen, Preise für Milch und Milchprodukte des letzten Jahres in dieses Jahr hinein zu verlängern.
"Die Bauern erwarten von ihren Molkereien, dass sie dieses Instrument im Rahmen des Risikomanagements verstärkt nutzen ", so der DBV.
Während beispielsweise bei Getreide Kontraktgeschäfte nicht mehr wegzudenken wären, seien die Reaktionen im Milchsektor noch zögerlich. Allerdings werde die Akzeptanz auch bei Milch steigen, so ein Sprecher des Bauernverbands. Deshalb sei es so wichtig, über Fortbildungsseminare zu Milchterminmärkten für Vorsitzende von Erzeugergemeinschaften und ehrenamtliche Genossenschaftsvorstände, aber auch Milcherzeuger selbst Berührungsängste abzubauen.
Kritik an Panikmache am Milchmarkt Die deutschen Milchbauern schätzen laut dem aktuellen "Konjunkturbarometer Agrar " vom März 2012 ihre augenblickliche und mittelfristige wirtschaftliche Lage ebenso positiv ein wie Ackerbauern und Veredler. Doch die Verhandlungen und die aktuellen Abschlüsse zu Trinkmilchpreisen zwischen Molkereien und Lebensmittelhandel sorgten für Verstimmung, berichtet der DBV. Auch wenn es sich dabei nur um kurzfristige Abschlüsse handle (zwei bis sechs Monate), so seien doch die zuletzt kolportierten Preissenkungen angesichts der weltweiten stabilen Nachfrage auf dem Milchmarkt nicht gerechtfertigt, betonte der DBV. Er kritisierte dabei insbesondere Aussagen eines Bundestagsabgeordneten der Grünen, der "völlig ungerechtfertigt ein Absturzszenario für die Erzeugerpreise an die Wand gemalt " habe. "Solche Meldungen, wie sie mitten in die laufende Verhandlungsrunde der Molkereien hinein abgesetzt werden, spielen niemand anderem als Lidl, Aldi und Co. in die Hände ", gibt der DBV zu bedenken.
Der Bauernverband hat kürzlich die Schleuderpreise der Discounter, wie sie in diesen Tagen wiederbelebt wurden, attackiert. Bereits in einem Sondierungsgespräch während der "Grünen Woche " mit der Molkereiwirtschaft sei klar festgehalten worden, dass es im Frühjahr dieses Jahres eine leichte Delle bei den Erzeugerpreisen geben würde. Danach sei aber zu erwarten, dass die weltweit stabile Nachfrage nach Milchprodukten die Preise wieder festige, so der Verband. Außerdem gebe es gegenwärtig auf dem für die deutschen Milcherzeuger wichtigen Käsemarkt eine sehr stabile Situation. Die zwischen 1 bis 2% liegenden Mengensteigerungen bei der Anlieferung würden europäisch wie weltweit dringend benötigt, um den langfristig stabilen Aufwärtstrend in der Nachfrage nach Milch nicht in andere Regionen abwandern zu lassen, betont der DBV.
Quelle: aiz





















