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Streit um Glashäuser in Bad Blumau

Bild: agrarfoto.com

Landwirte, die in der Steiermark Projekte umsetzen wolllen, sind Kummer gewohnt. Diesmal trifft es allerdings keinen neuen Schweinestall, sondern ein Glashausprojekt für Paradeiser in der Oststeiermark.

Ein "Megaprojekt der Gigantomonie und der Hässlichkeit" verorten Bürger in der Tourismusgemeinde Bad Blumau in den Glashäusern, die der erfolgreiche Obst- und Gemüsehändler Frutura errichten will. Sie haben daher eine Petition gegen das Bauvorhaben eingebracht. "Agroindustrie ist nicht mit sanftem Tourismus vereinbar", meinen die Gegner des Projektes in einer Aussendung. Lebensqualität und Grundstückspreise würden durch die "Glashausfabrik" sinken. Seine Bekanntheit als Tourismusort bezieht der Ort durch die Rogner-Therme, deren Heißwasserquelle Kern des touristischen Erfolges der gesamten Region sei. Dem Projekt der Frutura negativ gegenüber eingestellt ist demenstprechend auch die Leiterin des örtlichen Tourismusverbandes, Maria Perl. "In Folge der Medienberichterstattung über das geplante Agroindustrieprojekt liegen uns nun bereits Warnungen von Touristikveranstaltern vor, dass wir sie unter diesen Bedingungen als Kunden verlieren würden“, meint sie. Der Wandel von der einst ärmsten Gemeinde Österreichs zum wohlhabenden Kurort sei gefährdet. Einer der heftigsten Gegner des Projektes ist der Unternehmer Robert Rogner, dem die Therme gehört. Mit „süß, saftig, steirisch“ und bäuerlicher Produktion habe das Projekt im Ausmaß von 26,8 Hektar Glasfläche jedenfalls nichts mehr zu tun.

Naturgemäß anders wird die Sachlage bei der Frutura gesehen. Das Unternehmen, das von 3 innovativen Bauern aus der Region Pöllau binnen 10 Jahren zu einem der bedeutendsten Obst- und Gemüsehändler der Region mit Vertragspartnern auf der ganzen Welt aufgebaut wurde, veröffentlicht zu den Anschuldigungen ein Statement. "Die tatsächlichen Gegebenheiten werden vorsätzlich völlig falsch dargestellt, weshalb diese Petition gänzlich andere Ziele verfolgt, als die von Rogner publizierten", heißt es darin. Die Produktion finde mitnichten agroindustriell und auf Nährboden statt, sondern außschließlcih in Humuserde. "Zu unseren großen Stärken zählt, dass die in unserer Region lebenden Menschen ihre Wurzeln größtenteils in der Landwirtschaft haben und dadurch ein besonderes Gefühl und Gespür für den Umgang mit der Natur besitzen. Die Pflanzen werden daher gepflegt und geerntet von Menschen, die überwiegend aus unserer Region stammen – so wie in unserem Stammhaus in der Fairtrade Gemeinde Hartl bei Kaindorf. Hauptaspekt ist für uns eine bestmögliche Qualität und die Vermeidung weiter Anfahrtswege. Ganz sicher werden wir unseren guten Ruf für gute Produkte nicht durch unerfahrene Billiglohnarbeiter aus Osteuropa gefährden, die zudem lange klimaschädliche Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen", verteidigt sich die Frutura. Noch dicker kommt es gegen Projektgegner Rogner. Man habe das Projekt ursprünglich in Oberösterreich umsetzen wollen, weil dort die Voraussetzungen zur geothermischen Nutzung ideal schienen. Über ein solches System soll die Heizung der Glashäuser erfolgen. Rogner selbst habe sich dafür eingesetzt das Projekt nach Bad Blumau zu bringen. Er habe sich hiervon Mehreinnahmen und eine Beteiligung versprochen. "Die von Rogner vertraglich gestellten Bedingungen beim Mitspracherecht bis hin zum Eigentumsübergang wichen gänzlich von der zuvor per Handschlag vereinbarten Kooperation ab, wodurch jegliches Vertrauensverhältnis vernichtet wurde", so im Statement weiter. Seitdem versuche Rogner das Projekt mit allen Mitteln zu verhindern und schrecke anscheinend nicht davor zurück, die Nutzer von digitalen Medien für Petitionen zu benutzen.

 

 

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