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Spätfrost hinterlässt große Schäden

Foto: HV

Der steirische Obstbau war heuer bereits zwei Frostwellen ausgesetzt. Die erste war zur Blütezeit zu Ostern und hat eher in den südlichen Teilen des Landes Schäden verursacht, während der zweite ungewöhnliche Spätfrost in der Vorwoche im nördlichen Obstbaugebiet die bereits entwickelten Früchte getroffen hat.

Das Schadensausmaß quer durch alle Obstgärten liegt laut Rupert Gsöls, Obmann der Erwerbsobstbauern, zwischen 5 und 95%. Bei einzelnen Betrieben wurde die Ernte fast zur Gänze vernichtet, was für die Betroffenen existenzbedrohend ist. Für sie fordert LK-Präsident Gerhard Wlodkowski dringende Hilfe.

Schwere Schäden gibt es durch den Spätfrost auch bei Erdbeeren. Von 150 ha Gesamtfläche sind zwei Drittel zu 30 bis 80% betroffen, einzelne Felder wurden sogar völlig vernichtet. Ersten Schätzungen zu Folge ist die halbe steirische Ernte zerstört.

Ebenso gravierend sieht es bei Kirschen, Marillen und Pfirsichen aus, die sich in den vergangenen Jahren aufstrebend entwickelt hatten. Aufgrund des Frostes und der nachfolgend schlechten Befruchtung wegen der kalten Witterung wird bei diesen Kulturen mit Ertragseinbußen von 40% gerechnet. Einzelne Betriebe haben sogar Totalausfälle, berichtet Obstbaudirektor Wolfgang Mazelle.

Christbaumkulturen stark geschädigt Ferner sind bis zu 50% der Christbaumkulturen - vor allem im Landesosten - massiv geschädigt worden, weitere 20% hat es weniger stark getroffen. Um die Qualität der Bäume zu retten, müssen die abgefrorenen Maitriebe entfernt werden, berichtet Gottfried Fließer, Obmann der Christbaumproduzenten.

Der massive Kälteeinbruch in der Nacht vom 17. auf den 18.05.mit Temperaturen von bis zu -5°C hat aber auch in Österreichs Weinbaugebieten stärkere Frostschäden als bisher angenommen verursacht. Josef Pleil, Präsident des Weinbauverbandes, spricht von zirka 6.000 ha, wobei insbesondere Niederösterreich betroffen ist. Dabei sind etwa 2.000 ha Weingärten teilweise geschädigt, bei 4.000 ha muss jedoch von einem Totalausfall ausgegangen werden. Hauptgebiet der Frostschäden ist das Pulkautal im nördlichen Weinviertel, das, wie auch die Region im angrenzenden Südmähren, von einem Kaltluftstrahl getroffen wurde. Damit beeinträchtigt dieser Kälteeinbruch eines der größten Grüner Veltliner-Anbaugebiete Österreichs.

Auch in vielen anderen Weinbaugebieten in Niederösterreich, Wien, im Burgenland und der Steiermark kam es zu Schäden an den jungen grünen Trieben. Diese sind jedoch weniger großflächig als im Pulkautal und besonders abhängig von der jeweiligen Lage des Weingartens. "Derzeit gehen wir von einer geringeren Weinerntemenge von etwa 30 bis 50 Mio. Liter aus ", berichtet Pleil. Die Folgeschäden werden auch noch im nächsten Jahr zu spüren sein. Erschwerend kommt laut Pleil hinzu, dass große Frostschäden in Österreichs Rebschulen zu einem Engpass bei den Rebsetzlingen führen werden. oher zeitlicher und finanzieller Aufwand ist.

Quelle: aiz

 

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