Schweinemarkt weist stabile Verhältnisse auf
Stabile Verhältnisse herrschen derzeit am EU-Schweinemarkt. Tourismusbedingt leicht verbessert zeigen sich die Preise in Frankreich, Spanien und vor allem auch in Italien, während in Mitteleuropa immerhin feste Notierungen gemeldet werden.
In Deutschland, wo der Vereinigungspreis der Erzeugergemeinschaften diese Woche unverändert bleibt, wird der Marktverlauf freundlicher als zuletzt beschrieben. Mehr Zuversicht bei Drittlandexporten ließ die letzten Hauspreisforderungen großer Schlachtunternehmen verstummen. Auch das deutsche Schlachtschwe ineangebot wird als rückläufig eingestuft.
Ausgewogene Verhältnisse in Österreich Auch am österreichischen Markt herrschen derzeit ausgewogene Verhältnisse, berichtet die Schweinebörse. Abbestellungen und Nachbestellungen hielten sich die Waage. Die unterdurchschnittlichen Schlachtzahlen werden zurzeit durch Gefrierfleisch-Auslagerungen kompensiert. Ähnliche Verhältnisse werden auch für diese Woche erwartet. Die Konsequenz daraus ist ein unveränderter Mastschweine-Notierungspreis von EUR 1,58 (Berechnungsbasis: EUR 1,48 je kg).
"Aktuell gibt es hierzulande wenig Anzeichen für eine Änderung der stabilen Verhältnisse. Eventuell könnte die Kombination aus schwächerem Schweineangebot und aufkeimender Hoffnung auf lebhafte Exporte nach Russland zur Preisverbesserung führen ", kommentiert Johann Schlederer von der Schweinebörse die Marktaussichten. Auch die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) erwartet für die kommende Schlachtwoche stabile bis leicht steigende Notierungen.
EU: 2013 sinkende Schweinezahlen und geringere Produktion erwartet Die EU-Kommission rechnet in ihrer jüngsten Marktprognose ( "Short Term Outlook ") im Jahr 2012 trotz eines Rückgangs der Schweinebestände um 1,7% (bei den Sauen um -3,2%) mit einer stabilen Schweinefleischerzeugung von rund 23 Mio. t. Nach 2013 soll die Produktion allerdings um 2% sinken. Als Hauptgrund für den Rückgang gibt die Brüsseler Behörde an, dass ab 2013 die Gruppenhaltung von Sauen in der EU Pflicht wird. Obwohl mehrere Mitgliedsländer den Schweinehaltern finanzielle Unterstützung bei der Umstellung auf Gruppenhaltung anbieten, so bedeute diese hohe Investitionen für die Betriebe, so die Kommission. Manche Schweinehalter dürften diese Mittel nicht aufbringen können und würden daher aus der Ferkelproduktion aussteigen.
Der schwache Euro und der stabile globale Fleischkonsum (besonders in China) werden laut der Kommissionsprognose 2012 zu einem Anstieg der Schweinefleischexporte um 3,5% auf etwa 2,25 Mio. t führen. Im kommenden Jahr werden jedoch - als Folge des Bestandes- und Produktionsrückganges - die Exporte um 11% sinken. Die EU-Importe von Schweinefleisch sind derzeit bereits sehr gering und werden 2012 sowie 2013 weiter schrumpfen und in der Größenordnung von 13.000 t liegen. Beim Konsum dieser Fleischart rechnet die Kommission heuer und 2013 mit einem leichten Rückgang um 0,4% beziehungsweise 1%. Die Schweinepreise sollten - wenn keine unvorhersehbaren Markteinflüsse auftreten - auch nach 2012 stabil bleiben. Allerdings geben die EU-Experten auch zu bedenken, dass die Mäster mit hohen Futterkosten zu kämpfen haben.
Quelle: aiz




















