Schmallenberg-Virus erreicht Süddeutschland
Das Schmallenberg-Virus breitet sich nach Süden aus. Erstmals wurde der Erreger nun in dem südwestdeutschen Bundesland Baden-Württemberg nachgewiesen. Wie das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium mitteilte, wurde die Viruserkrankung an einem missgebildeten Ziegenlamm durch eine Laboruntersuchung bestätigt. Der Hobbybetrieb liegt im Regierungsbezirk Stuttgart.
Zuvor war die in Europa bis zum Sommer 2011 nicht beobachtete Tierkrankheit in den deutschen Bundesländern Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holst ein festgestellt worden. Auch in Belgien, Frankreich und den Niederlanden wurde das Virus in Wiederkäuern gefunden, hauptsächlich in Schafen. Großbritannien berichtete im EU-Agrarrat vergangenen Montag über seine ersten vier bestätigten Fälle in den Grafschaften Norfolk, Suffolk und East Sussex.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin bereitet die Einführung einer Meldepflicht für die Viruserkrankung vor. Der Bundesrat soll Ende März über eine entsprechende Verordnungsänderung entscheiden. Die Länder sind aufgerufen, bis dahin Verdachtsfälle auf freiwilliger Basis über das Tierseuchen-Nachrichten-System TNS zu melden. Bisher sind 51 Betriebe betroffen, davon sieben Rinder-, 42 Schaf- und zwei Ziegenhaltungen. Ein bundesweites Überwachsungsprogramm zur Untersuchung der Rinder-, Schaf- und Ziegenbestände auf das Virus ist angelaufen. Weil eine Infektion der Tiere im Sommer 2011 durch Stechmücken erfolgte, könnte heuer mit den ersten Abkalbungen ab Februar eine Welle von Krankheitsfällen auftreten.
Wie das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit des Friedrich-Loeffler-Instituts bekannt gab, ist die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Virus in Vorbereitung. Dessen Herstellung könne etwa 18 Monate dauern. Für Menschen geht von dem Schmallenberg-Virus nach bisherigen Erkenntnissen kein Gesundheitsrisiko aus.
Quelle: aiz















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