Niederlande: Agrareinkommen deutlich gesunken
Trotz deutlich höherer Agrarexporte sind die Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe in den Niederlanden 2011 etwa auf die Hälfte des Vorjahresniveaus gefallen. Das geht aus dem Jahresbericht 2012 des Agrarökonomischen Instituts der Universität Wageningen (LEI) hervor.
Nach dem außergewöhnlich guten Jahr 2010 sanken die betrieblichen Einkommen der niederländischen Landwirte im vergangenen Jahr laut vorläufigen Angaben um 49,7% auf durchschnittlich EUR 29.000,- pro Betrieb. Die Ursache waren deutlich höhere Produktionskosten, insbesondere stark gestiegene Futterkosten. Das LEI schätzt, dass etwa ein Fünftel der Betriebe kein positives Einkommen erwirtschaftete.
Im Vergleich zur niederländischen Wirtschaft insgesamt erwies sich der Agrarsektor zwar als konjunkturstabiler. Während die Wirtschaft des Landes 2011 um 1% schrumpfte, konnte die Agrarbranche ihre Wertschöpfung steigern. Die Agrarexporte nahmen dem Wert nach um 9% zu. Dabei erleichterte der schwache Euro vor allem Ausfuhren in Drittstaaten. Die Kehrseite der Währungsschwäche waren jedoch teurere Rohstoffimporte, die vor allem die Veredlungsbetriebe belasteten.
Der Strukturwandel hielt in der niederländischen Landwirtschaft 2011 an. Laut Angaben des LEI sank die Zahl der Acker- und Gartenbaubetriebe im Vergleich zum Vorjahr um 2,7% auf 70.392. Damit lag die Aussteigerquote nah am Mittelwert von 2,9% der Jahre 2000 bis 2011. Während sich der Strukturwandel unter den Ackerbau- und Milchviehbetrieben abschwächte, stellten überdurchschnittlich viele Unterglasbetriebe sowie intensive Viehhaltungen die Produktion ein.
Quelle: aiz




















