zur Navigation . zum Inhalt

Zum Seitenanfang springen .

home

  • Reichweitenjumbo Blickinsland
News

Landwirtschaft legt Fokus auf sichere Lebensmittel

Foto: agrarfoto.com

Heimische Lebensmittel stehen bei Konsumenten hoch im Kurs - doch wird es diese auch in Zukunft in ausreichenden Mengen geben? "Wir müssen uns mehr denn je Gedanken über die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln machen, unsere Gesellschaft wiegt sich leider in falscher Sicherheit ", warnt Salzburgs LK-Präsident Franz Eßl anlässlich der Woche der Landwirtschaft (bis 06.05.).

Sie steht heuer ganz im Zeichen der Produktion von Qualitätslebensmitteln durch die heimischen Bauern und der Versorgungssicherheit steht. Um diese auch künftig zu gewährleisten, gelte es, die Produktion in der Region zu stärken und die Strukturen zu erhalten und zu unterstützen.

Bauern decken Tisch reichlich Wir können uns derzeit in Österreich noch sehr gut mit Lebensmitteln selbst versorgen: Bei Fleisch betrug der Selbstversorgungsgrad 2010 110%, bei Käse 109%, bei Milch 156%, bei Äpfeln 111%, bei Eiern 79% und bei Wein 85%. Allerdings gehen in Österreich täglich alleine durch Verbauung landwirtschaftliche Flächen in der Größe von 20 Fußballfeldern (= 15 ha) verloren. Zusätzlich wächst jede Stunde ein Hektar Agrarland mit Bäumen und Sträuchern zu, dadurch verliert man täglich weitere 15 ha wertvolle Fläche für die Lebensmittelproduktion. Und bis 2050 werden global doppelt so viele Lebensmittel benötigt werden.

Produktion in der Region stärken Für Eßl steht außer Zweifel, dass eine sichere Lebensmittelversorgung langfristig nur dann aufrechterhalten werden kann, wenn die Produktion in der eigenen Region gestärkt wird. "Das hat sich auch schon in der Vergangenheit bewiesen. Verglichen mit dem Ausland haben wir mit Abstand die gesündesten Nahrungsmittel und die beste Verfügbarkeit. " Diese Strukturen gelte es zu erhalten und zu unterstützen - mit vernünftigen Produktpreisen und stabilen agrarpolitischen Rahmenbedingungen, verweist Eßl auf die Notwendigkeit, bei den aktuellen Vorschlägen zur Reform der EU-Agrarpolitik (GAP) "dringend nachzujustieren ". Etwa bei der 7%igen Stilllegung von Ackerflächen, die strikt abgelehnt wird. "Allein in Österreich würden damit 100.000 ha unproduktive Flächen entstehen, was die Lebensmittelversorgung gefährden und die Herstellung regionaler Waren auf "s Spiel setzen würde ", kritisiert auch Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Steiermark.

"In den vergangenen 25 Jahren sind die Kosten für die Bauern um 40% gestiegen, die Erlöse konnten trotz Ausgleichszahlungen hier bei Weitem nicht mithalten. Wenn die Landwirtschaft außer Arbeit nichts einbringt, werden die Stalltüren zugesperrt und die Grundstücke verpachtet oder verkauft und nicht selten gehen sie damit für die landwirtschaftliche Produktion verloren. Das würde auch den vor- und nachgelagerten Bereich treffen, denn die Wertschöpfungskette rund um die Landwirtschaft ist ein wesentlicher Wirtschaftsmotor für den ländlichen Raum ", gibt auch Eßl zu bedenken.

Regionale Lebensmittel gewinnen Dabei zeichnet sich seit einiger Zeit bei den Konsumenten ein Trend zu regionalen Lebensmitteln (direkt vom Bauern, von kleinen Betrieben, aus der Region, aus dem Heimatland, aus Österreich) als Gegenbewegung zur Globalisierung und bedingt durch das Postulat der Nachhaltigkeit ab. Diesen Trend haben die heimischen Bauern verstärkt aufgenommen und ihre Produktion entsprechend ausgerichtet. So wurden zahlreiche regionale Lebensmittelmarken wie "Absolut steirisch " oder "Murbodner " aufgebaut. Besonderes Vertrauen genießen außerdem Lebensmittel mit dem AMA-Gütesiegel und dem AMA-Biosiegel.

Preissteigerungen bei Lebensmitteln geringer als Verbraucherpreisindex LK-Präsident Eßl fordert in diesem Zusammenhang allerdings mehr Realismus in der Preisdiskussion: "Lebensmittelpreise sind in den vergangenen 30 Jahren um 50% gestiegen, die Inflation betrug im gleichen Zeitraum aber beinahe 70%. Die Löhne (Tariflohnindex) wurden um knapp 110% erhöht. "

Sorge um schwindendes Wissen über Landwirtschaft Besorgt ist Wlodkowski auch über das generell sinkende Wissen über die Landwirtschaft. Aussagen, wonach "Milch aus dem Supermarkt kommt oder von der lila Kuh stammt ", sind keine Seltenheit mehr. Um derartigen Entwicklungen entgegenzuwirken, führt die LK Steiermark neben der "Woche der Landwirtschaft " auch die Aktion "Schule am Bauernhof " durch, bei der das Klassenzimmer kurzzeitig auf die Höfe verlegt wird oder Bäuerinnen und Bauern in die Schule kommen. 11.000 Kinder kamen so im vergangenen Schuljahr mit der Landwirtschaft in Kontakt.

Quelle: aiz 

Suchen
Werkzeuge
Leserbrief an die Redaktion schreiben.PDF-Version dieser Seite.Diese Seite drucken.Diesen Link senden.
Lebensmittelbuch online
unsere Angebote