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Glyphosat-Verbot für Berlakovich "nicht undenkbar"

Bild: Archiv

Nach den Neonicotinoiden kommt mit den Glyphosaten die nächste Pflanzenschutz-Produktgruppe ins Kreuzfeuer. Nach einige heißen Diskussionen hinter den Kulissen springen die Tagesmedien auf den Zug auf.

Aktueller Anlass für die Forderung nach einem Verbot von Totalherbiziden, ist eine Studie von Global 2000, in der Rückstände in Urinproben nachgewiesen wurden. Die Umweltschutzorganisation und ihr europäischer Dachverband „Friends of the Earth“ haben Urin-Proben von 182 Personen aus 18 europäischen Ländern auf das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat untersuchen lassen, berichtet der Kurier. Im Schnitt sei dieses bei 50 Prozent der Testpersonen nachgewiesen werden. In Österreich waren es 30 Prozent. Die höchsten Werte gab es in Malta (90 Prozent der Testpersonen) sowie in Deutschland (80 Prozent). „Dieser Befund ist besorgniserregend“, sagt Helmut Burtscher, Umweltchemiker von Global 2000.

Die Organisation selbst räumt ein, dass die nachgewiesenen Werte nicht hoch seien, Umweltmediziner könnten aber keine Entwarnung geben. Dass der Wert in Deutschland relevant höher ist, sei auf die verbreitete Praxis der Abreifespritzung von Getreide zurückzuführen. Auf diese Maßnahme wird in Österreich schon aus Kostengründen meist verzichtet. Je weiter nördlich man geht, desto üblicher ist eine einheitliche Druschreife über Glyphosate herzuführen.

Viel bedeutender für Östereichs Bauern ist der in "Roundup" enthaltene Wirkstoff aber zur Kontrolle der Verunkrautung vor dem Auflauf von Kulturpflanzen. Mit der steigenden Bedeutung von Minimalbodenbearbeitung ist der Einsatz von Totalherbiziden auch auf vielen heimischen Äckern Standard geworden. Auf die längst nicht überschrittenen Grenzwerte für Pestizidrückstände verweist die AGES. Global 2000 verweist laut Kurier aber darauf, dass diec Glyphosat-Grenzwerte für Lebensmittel „um bis zum 200-Fachen“ angehoben worden seien.

Die Umweltschutzorganisation fordert daher einen österreichweiten Zulassungsstopp von Glyphosat für die Landwirtschaft, den öffentlichen Raum und den Hausgarten. Spritzungen zur Trocknung von Getreide, Raps und Futtermitteln sollten sofort verboten werden. Ähnlich der Grüne Agrarsprecher Wolfgang Pirklhuber: „Der Einsatz als Sikkationsmittel, dem Totspritzen des lästigen Beiwuchs als ,Erntehelfer‘, ist sofort zu verbieten.“ Vor kurzem hatte auch die Bio Austria die Frage in den Raum gestellt ob die Anwendung von Totalherbiziden mit einer Teilnahme am ÖPUL vereinbar sei.

Ein gebranntes Kind in Fragen von Pfanzenschutzmitteln ist Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich. Für ihn sei „ein Verbot in der Landwirtschaft nicht undenkbar“, zitiert der Kurier. Allerding nur sann, wenn bei der derzeit im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführten Neubewertung von Glyphosat „Risiken definiert werden“. Er beabsichtige „ein generelles Verkaufsverbot von Pflanzenschutzmitteln im Wege der Selbstbedienung bzw. im Lebensmitteleinzelhandel abseits von Fachmärkten“. Der Verkauf von Pflanzenschutzmitteln für die private Anwendung solle nur mehr in Fachmärkten mit Beratung möglich sein.

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