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E10: Genug Spielraum für Produktion in Österreich

Foto: Archiv

Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski hat sich erneut für eine möglichst rasche Einführung des Biotreibstoffs E10 in Österreich ausgesprochen. "Wenn die Klimaziele erreicht werden sollen, so brauchen wir diesen Kraftstoff mit 10% Ethanolanteil aus Getreide. In Österreich sind dafür alle Möglichkeiten gegeben.

 Die USA sollten allerdings überdenken, ihre Produktion ob der weltweiten Minderernten jetzt zu drosseln ", erklärte Wlodkowski gegenüber der APA.

Dass es das Agrana-Ethanolwerk in Österreich gebe, sei positiv, so Wlodkowski. Dort wird genau die Menge Ethanol produziert, die für eine flächendeckende E10-Einführung in Österreich notwendig ist. Die Hälfte dieser Menge werde derzeit noch exportiert. Es passe allerdings nicht zusammen, dass einerseits Emissionszertifikate gekauft würden, während die Agrana ihr Ethanol exportiere, so der Präsident.

Biotreibstoff hierzulande kein Preistreiber für Lebensmittel Die durch jüngste Medienberichte und Politikeraussagen erneut geschürte Kritik am Kraftstoff E10 kann Wlodkowski nicht nachvollziehen: "Dadurch werden Lebensmittel hierzulande nicht teurer ", sagte der Präsident. "Was die USA oder Brasilien tun, kann uns in Österreich und Europa nicht umgehängt werden ", unterstrich er. Bei der Einführung dieses Treibstoffes solle die Bevölkerung besser als in Deutschland aufgeklärt werden, um mit bestehenden Vorurteilen aufzuräumen.

Sollte Getreide für die E10-Produktion importiert werden, dann seien Zertifikate notwendig, die beweisen, dass die Mengen für die Ethanolproduktion aus genehmigten Flächen stammen. Sollte die Getreideernte in Europa tatsächlich einmal sehr gering ausfallen, könne die Produktion auch verringert werden - oder auch umgekehrt, deutete der Präsident die Möglichkeit einer flexiblen Vorgangsweise an.

Einheitswert-Reform notwendig Wie Wlodkowski gegenüber der APA weiters betonte, hält die LK Ö einen baldigen Abschluss der Verhandlungen zur Reform der landwirtschaftlichen Einheitswerte für möglich. Es laufen allerdings noch Verhandlungen auf Politiker- sowie auf Expertenebene. Laut dem Reformvorschlag der LK soll künftig bei der Einheitswert-Berechnung die Bodenbewertung mit 83% gewichtet werden, die EU-Direktzahlungen der Ersten Säule mit 13% und Viehzuschläge mit 4%. Aufgrund dieser neuen Gewichtung werde es zu Verschiebungen zwischen den österreichischen Produktionsgebieten bei der Höhe der künftigen Einheitswerte geben, erklärte Wlodkowski. Verhandlungsbereit zeigte sich der Präsident auch bei der Frage der Einkommenssteuerpauschalierung. Er kann sich - in gewissem Rahmen - grundsätzlich eine Reduzierung der Pauschalierungsgrenze beziehungsweise der maximalen Hektaranzahl vorstellen.

Quelle: aiz

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