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Deutliche Zunahme der Investitionsbereitschaft

Foto: agrarfoto.com

Die Stimmung in der europäischen Landwirtschaft ist von großer Zuversicht geprägt. Dies zeigen die jüngsten Ergebnisse des Trendmonitors Europa, den die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) zusammen mit dem führenden Agrarmarkt-Forschungsinstitut, der Kleffmann Group, in sieben Ländern West-, Mittel- und Osteuropas durchgeführt hat.

Insgesamt wurden über 3.000 Landwirte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kasachstan, Polen, Russland und in der Ukraine befragt.

Wie DLG-Experte Achim Schaffner am Donnerstag bei der Vorstellung der Ergebnisse erklärte, "bewerten die Betriebsleiter sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartung an die künftige Entwicklung wieder so positiv wie im Boomjahr 2008. Infolge dessen lässt sich eine deutliche Zunahme der Investitionsbereitschaft feststellen ", so der DLG-Ökonom. Aufgrund der günstigen Aussichten für die Landwirtschaft durch den globalen Nachfragezuwachs nach Agrarprodukten und des nach wie vor günstigen Zinsniveaus für Kredite wollen die Landwirte jetzt die Weichen für die weitere Betriebsentwicklung stellen. Hierbei erachten sie den Einsatz innovativer Techniken als einen Schlüssel zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Geschäftserwartungen in Deutschland wieder auf höchstem Niveau Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung haben sich der Umfrage zufolge gegenüber der Herbstbefragung 2011 in Deutschland weiter erhöht und den bisherigen Bestwert aus dem Frühjahr 2008 erreicht. Leichte Verbesserungen können auch für Frankreich und Großbritannien verzeichnet werden. Auch die befragten Betriebsleiter in Kasachstan, Russland und in der Ukraine blicken positiv in die Zukunft. Etwas verhaltener bei den Geschäftserwartungen zeigen sich die polnischen Landwirte.

Investitionsbereitschaft hat in der BRD um 6% zugenommen Auch die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung innerhalb der Betriebszweige haben sich in Deutschland gegenüber der letzten Befragung verbessert. So zeigen sich die Ackerbauern, Milchvieh- und Schweinehalter gleichermaßen zuversichtlich für die nächsten Monate. Weit mehr als die Hälfte der befragten BRD-Landwirte will durch Investitionen den Betrieb weiterentwickeln. Insbesondere Ackerbaubetriebe ab 200 ha, Milchviehhalter ab 100 Kühe und Schweinehalter ab 1.000 Mastplätze sind überdurchschnittlich investitionsbereit.

Insgesamt hat die Investitionsbereitschaft in Deutschland um 6% gegenüber der Herbstbefragung 2011 zugelegt. Dabei kann eine deutliche Steigerung bei den Milchviehhaltern (+10%) und bei den Schweinehaltern (+11%) verzeichnet werden. Positiv wirkt sich in dieser Hinsicht das nach wie vor günstige Zinsniveau für Kredite aus. Die Tierhalter holen Investitionen nach, nachdem in den vergangenen Jahren die Baukosten durch den Biogasboom gestiegen waren und Investitionen zurückgestellt wurden. Zudem sind die Entwicklungen in der Genehmigungspraxis für Ställe (Privilegierung, Bürgerproteste) unsicher, sodass die Betriebsleiter die derzeitigen Bedingungen für den nächsten Entwicklungsschritt nutzen wollen.

Weniger Investitionen in erneuerbare Energie geplant Ein Rückgang ist in der BRD bei den Investitionsplänen in erneuerbare Energien zu verzeichnen. Der aktuellen Befragung nach fließen 19% der beabsichtigten Investitionen in diesen Bereich gegenüber 28% bei der Herbstbefragung 2011. Bestätigt wird dieser Trend auch durch das "Konjunkturbarometer Agrar " des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Der Rückgang der geplanten Investitionen betrifft sowohl Photovoltaik- als auch Biogasanlagen. "Nach der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und der Kürzung der Einspeisvergütung für Solarstrom sind viele Bauern verunsichert ", sagte DBV-Geschäftsführer Helmut Born.

Kostensenkungen wichtigste Investitionsziele Für 70% der investitionsbereiten Landwirte in Deutschland dominieren Kostensenkungen bei der Produktion durch den Einsatz moderner Technik. Für die Tierhaltung gilt dies in der verbesserten Verwertung der eigenen Arbeitszeit und der effizienteren Nutzung der Fläche (zum Beispiel Kostenreduktion bei der Grobfutterproduktion). Der Schlüssel für die Zielerreichung ist die Nutzung moderner Technik.

Mit dem Trendmonitor Europa bietet die DLG zweimal jährlich - im Frühjahr und im September nach der Ernte - ein Instrument für die Agrarwirtschaft, das Auskunft gibt über die Stimmung und das Geschäftsklima sowie die wichtigsten Trends und die Zukunftserwartungen führender Landwirte in Europa.

Quelle: aiz

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