BRD: 2011 rund 1,2 Mio. t Bioethanol beigemischt
Bioethanol leistet in der BRD bereits einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase und damit zum Klimaschutz. Gegenüber herkömmlichem Benzin ergibt sich beim Kraftstoff E10 außerdem ein Preisvorteil an der Tankstelle. Dennoch steigt der Marktanteil von E10 nur relativ langsam.
Der Grund: Viele Konsumenten haben immer noch Bedenken, E10 zu tanken, obwohl die Autohersteller weitgehend grünes Licht für die Verwendung dieses Treibstoffs gegeben haben. Dies geht aus einer Umfrage von TNS Infratest hervor, die ges tern vom Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) präsentiert wurde.
TNS Infratest hat im Auftrag des BDBe eine bundesweite Befragung zur Nutzung der Kraftstoffsorte Super E10 und zur Wahrnehmung von Bioethanol durchgeführt: Nach der Markteinführung Anfang 2011 hat inzwischen ein Drittel der Haushalte mit einem Benzin-Pkw schon Super E10 getankt. Die Zurückhaltung der anderen Haushalte wird weiterhin zumeist mit technischen Bedenken begründet.
Zum Zeitpunkt der ersten repräsentativen Erhebung im Juli 2011 war Super E10 nur an rund der Hälfte aller 14.800 Tankstellen in Deutschland erhältlich. Bis dahin hatte ein Viertel der Personen, die über einen Benzin-Pkw verfügten, die neue Kraftstoffsorte schon getankt. Ein flächendeckendes Angebot bestand erst ab etwa Oktober 2011. Das Ergebnis der erneuten Umfrage zeigt, dass der Anteil von 24 auf 33% gestiegen ist, dies entspricht einem Zuwachs von 37,5%. Auf die Frage nach dem Grund für die Wahl von Super E10 nannten mehr als drei Viertel (78%) den Preisvorteil gegenüber Super-Treibstoff. 40% der Befragten sind der Meinung, dass Bioethanol aus inländischer Erzeugung zusätzliche Arbeitsplätze auf dem Land schafft. 36% stimmten der Aussage zu, dass Bioethanol zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen beiträgt und klimafreundlich ist.
Immer noch technische Bedenken trotz Freigabe der Autohersteller Zwei Drittel der im gesamten Bundesgebiet befragten Personen mit Benzin-Pkw gaben in der aktuellen Befragung an, noch kein Super E10 getankt zu haben. Wie im Juli 2011 begründen sieben von zehn dies mit technischen Bedenken und der Sorge um den Motor. "Dies bedeutet, dass die im Internet veröffentlichten Aussagen der Autohersteller zur E10-Verträglichkeit durch die Deutsche Automobil Treuhand die Verbraucher offensichtlich nicht erreichen ", erklärte BDBe-Geschäftsführer Dietrich Klein. Er zieht daraus den Schluss, dass weitere Informationsmaßnahmen notwendig sind.
"Wenn mindestens 90% der Pkw mit Benzinmotor in Deutschland für Super E10 geeignet sind und trotzdem zwei Drittel der Autofahrer daran zweifeln, ist die Aufgabe klar. Kommunikation über das Internet reicht nicht. Die Autofahrer müssen direkt informiert werden. Das muss an den Tankstellen, besonders aber in den Autowerkstätten passieren. Das ist die Aufgabe der Autohersteller. Klein wies aber auch darauf hin, dass die Einführung von Super E10 besser laufe als seinerzeit die Einführung des bleifreien Benzins: "Bei E10 ist nach weniger als einem Jahr ein Marktanteil von gut 13% erreicht. Bleifreies Benzin hat nach zwei Jahren nur einen Anteil von 10% gehabt und zehn Jahre gebraucht, um sich als Standardsorte zu etablieren. "
50% bis 70% Treibhausgas-Reduktion "Im Jahr 2011 sind in Deutschland 1,2 Mio. t Bioethanol dem Benzin beigemischt worden. Die dafür notwendige Versorgungsstruktur ist vorhanden. Dem Benzin beigemischtes Bioethanol ist voll versteuert, die Energiewende funktioniert also ohne Subventionen. Der Reinkraftstoff E85 wird noch steuerlich begünstigt, davon sind im Jahr insgesamt aber nur 19.437 t abgesetzt worden ", berichtete Klein.
Gegenwärtig senkt Bioethanol laut BDBe die Treibhausgas-Emissionen von Benzinmotoren um 50%, das bedeutet 1,34 kg weniger CO2 pro Liter Bioethanol. Im Jahr 2011 wurden mit diesem umweltfreundlichen Kraftstoff in Deutschland 2,2 Mio. t Treibhausgase eingespart. Das entspricht den Emissionen von ca. 1 Mio. Pkw mit Benzinmotor. "Mittelfristig soll sich die Treibhausgas-Minderung auf bis zu 70% verbessern, das entspricht 1,87 kg weniger CO2 pro Liter Bioethanol ", betonte der Geschäftsführer.
Ziel der Markteinführung von Super E10 sei es, die mit Super E5 begonnene Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes weiterzuführen, so Klein. Das sei in mindestens 90% der in Deutschland zugelassenen 30 Mio. Pkw mit Benzinmotor möglich.
Kostengünstige Treibhausgas-Minderung und Senkung der Importabhängigkeit Klein zeigte sich optimistisch, dass die Marktanteile von E10 schneller steigen als derzeit von manchen Kritikern erwartet, besonders wegen der ab 2015 geltenden gesetzlichen Pflicht zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen von Kraftstoffen. Ab dann müssen hier 3% der Emissionen von Benzin und Diesel eingespart werden, das entspricht 5,5 Mio. t CO2. Ab 2017 müssen 4,5% und ab 2020 sogar 7% der Emissionen beziehungsweise 12 Mio. t CO2 eingespart werden. "Super E10 als Standardsorte ist der klimaeffizienteste und kostengünstigste Weg zur Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes ", unterstrich der BDBe-Geschäftsführer. Dies sollte auch den Autofahrern bewusst gemacht werden. Deutschland importiere 97% seines Erdölbedarfes. Mit E10 werde die Abhängigkeit von Importen verringert, gleichzeitig würden Arbeitsplätze, besonders in strukturschwachen ländlichen Räumen geschaffen.
Quelle: aiz





















