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2011 war gutes Jahr für die Rinderzucht

Foto: Archiv

"Die ZAR als verlässlicher Anwalt der Rinderzüchter wird aufmerksam und mit konstruktiven Überlegungen den notwendigen Umstieg vom historischen auf das Regionalmodell begleiten ", betonte Obmann Anton Wagner im Rahmen der diesjährigen Generalversammlung der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter in Kleßheim bei Salzburg.

Die Ausnutzung der nationalen Spielräume zur Umsetzung der GAP-Reform im Interesse der heimischen Rinderhalter ist ein Schwerpunkt der ZAR-Arbeit im Jahre 2012.

Die EU-Kommission möchte bekanntlich in der neuen Förderperiode bei den Direktzahlungen finanzielle Umverteilungen vornehmen. Bis 2018 soll in allen Mitgliedstaaten eine regionale Flächenprämie Realität sein. Die Zahlungsansprüche für die geltende einheitliche Betriebsprämie laufen 2013 aus. "Die ZAR begrüßt den vom Landwirtschaftsminister eingeleiteten Reformdialog, zumal die notwendige Änderung des Förderungssystems zu nicht unerheblichen Umverteilungen zwischen den Betrieben und Regionen führen könnte ", gab der ZAR-Obmann zu bedenken und verwies darauf, dass die Kriterien auf der Grundlage des geltenden historischen Modells jedenfalls die Marktfruchtbetriebe begünstigt. Die ZAR möchte deshalb kalkulierbare Entwicklungspfade für die Rinder haltenden Betriebe im Rahmen des neuen Regionalmodells mitbestimmen, um einem bedenklichen Strukturwandel in diesem Produktionsbereich zu begegnen.

Große Herausforderungen für die bäuerliche Interessenvertretung "Ich möchte die diesjährige Generalversammlung der ZAR auch zum Anlass nehmen, um mich bei Bundesminister Nikolaus Berlakovich und den Landwirtschaftskammern dafür zu bedanken, dass ihr politisches Engagement wiederum wesentlich dazu beigetragen hat, der ZAR ihre Arbeit im Interesse der rund 25.000 Züchter mit der notwendigen finanziellen Absicherung zu ermöglichen ", unterstrich Wagner und hob die hervorragende Zusammenarbeit mit allen 45 Mitgliedsorganisationen und deren Funktionären hervor.

"Wichtig ist aber, dass die ZAR ihre Arbeit im Interesse der Züchterinnen und Züchter offensiv auf der Grundlage der notwendigen finanziellen Absicherung fortsetzen kann ", so Wagner. In der Generalversammlung bestand darüber Einigkeit, dass zur mittelfristigen Budgetkonsolidierung Sparmaßnahmen unerlässlich sind. Die Herausforderungen für die bäuerliche Interessenvertretung als Konsequenz des im Parlament Ende März beschlossenen Stabilitätspakts werden entsprechend groß sein. Mit innovativen Projektideen, technologischen Weiterentwicklungen und der Sicherung der Tiergesundheit sei es der österreichischen Rinderzucht gelungen, sich weiterhin im internationalen Umfeld zu etablieren und die Konkurrenzfähigkeit auf den internationalen Märkten zu erhalten, unterstrich der Obmann. Dies solle auch in Zukunft so sein.

Schmerzlicher Strukturwandel "Es ist schmerzhaft, wenn seit dem EU-Beitritt jährlich rund 4.200 Betriebe in Österreich ihre Bewirtschaftung aufgaben, also die Flächen verpachteten oder verkauften. Die Zahl der Betriebe nahm in diesem Zeitraum von 239.100 auf 175.700 ab, wobei die Nebenerwerbslandwirtschaft mit mehr als 55% dominiert. Gerade deshalb bin ich als Obmann dafür dankbar, dass trotz massiven politischen Widerstandes die Pauschalierung für einen Großteil der bäuerlichen Betriebe aufrecht bleibt und die Neufeststellung der Einheitswerte ein gerechteres Bild über die Situation der Land- und Forstwirtschaft ermöglichen wird ", unterstrich Wagner.

Der Strukturwandel, auch in der Rinderwirtschaft, sei "ökonomische und gesellschaftliche Realität ", stellte Wagner fest. Aufgabe der Agrarpolitik sei es, diesen Wandel sozial abzufedern und wirtschaftlich verkraftbar zu gestalten. Nicht zuletzt deshalb würden alle Aktivitäten unterstützt, die dem ländlichen Raum Perspektiven bieten und Arbeitsplätze für die aus den bäuerlichen Betrieben abwandernden Menschen schaffen. "Die Bauern legen die Basis für die gesellschaftliche Stabilität. Ernährungssicherung, Rohstoffversorgung und Landschaftsgestaltung sind unverzichtbare Aufgaben, die auch in Zukunft nicht zum Nulltarif zu bewältigen sind ", so Wagner. Darüber bestand in der ZAR-Generalversammlung Einigkeit.

Positive Leistungsbilanz An der systematischen Verbesserung der Zuchtpopulation der einzelnen Rassen arbeiten in Österreich 22.700 Betriebe mit rund 400.000 Kühen unter Milchleistungskontrolle, das sind 75,5% aller Milchkühe sowie 85% der angelieferten Milch an die österreichischen Molkereien. 25.500 Kühe stehen auf 2.600 Betrieben unter Fleischleistungskontrolle.

ZAR-Geschäftsführer Franz Sturmlechner legte der Generalversammlung einen ausführlichen und überzeugenden Leistungsbericht des vergangenen Geschäftsjahres vor. Er erwähnte vor allem die mit über 35.000 Stück ausgezeichnete Exportentwicklung im Jahre 2011 und betonte, wie notwendig ein geschlossenes Auftreten der heimischen Rinderzüchter auf großen ausländischen Messen sei, wie zum Beispiel in diesem Jahr in Hannover, aber auch in Algier und Moskau, stellvertretend für insgesamt 22 Messeauftritte im vergangenen Jahr. Dank gebühre in diesem Zusammenhang auch der österreichischen Veterinärverwaltung im Gesundheitsministerium, so Sturmlechner.

Die Grundsatzaufgaben der ZAR waren im abgelaufenen Jahr auf die weitere Qualitätsverbesserung in der Rinderproduktion sowie auf die Durchführung wichtiger Forschungsprojekte wie Effizienzsteigerung, Klimaschutz und Tiergesundheit ausgerichtet. Besonders erfolgreich war laut Sturmlechner der erste Fachtag für Rinderwirtschaft im Rahmen der diesjährigen Wintertagung in Wieselburg mit über 300 Teilnehmern. Erfreulich ist auch das Ergebnis der von den Mitgliedern der ZAR vorgenommenen Evaluierung der Arbeit der Dachorganisation sowie das öffentliche Erscheinungsbild der ZAR. "Die große Zustimmung ist eine Bestätigung für die Organisation und gleichzeitig Motivation und Auftrag für die Zukunft ", sagte Wagner.

Quelle: aiz

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